AK DIPTERA

Unabhängige Interessengemeinschaft der Dipterologen Deutschlands

Was sind Diptera?


Dipteren (Mücken und Fliegen) sind Insekten, bei denen nur die Vorderflügel voll ausgebildet sind und die Hinterflügel zu stark verkürzten Schwingkölbchen (Halteren) umgewandelt wurden. Der aus dem Griechischen abgeleitete Name Diptera (die Pluralform von Dipteron) nimmt Bezug auf diese scheinbare Zweiflügligkeit (di = zwei, pteros = flüglig). Etwa 160.000 Arten von Zweiflügler sind bislang weltweit bekannt. Die Zahl der noch nicht entdeckten und beschriebenen Arten ist vermutlich um ein Vielfaches größer. Die Zweiflügler gehören damit neben den Käfern (Coleoptera) und Hautflüglern (Hymenoptera) zu den artenreichsten Organismengruppen auf unserem Planeten. In Deutschland kommen sicherlich weit mehr als die bislang nachgewiesenen etwa 10.000 Dipterenarten vor, da Jahr für Jahr eine Vielzahl an bislang unbekannten Arten nachgewiesen werden. Unübersehbar divers sind auch die Lebensweisen der verschiedenen Arten, vor allem im Larvenstadium. Kaum eine bei Insekten realisierte Lebensstrategie kann nicht auch bei Zweiflüglern gefunden werden. Ihre ökologische und morphologische Vielfalt charakterisiert die Zweiflügler als eine der evolutiv erfolgreichsten Tiergruppen. Die nachfolgende Bildgalerie soll einen Eindruck von dieser Diversität vermitteln.

  • <i>Clinorhytis flavitarsis</i> (Kieffer, 1895)
    Clinorhytis flavitarsis (Kieffer, 1895)
    Die Weibchen dieser großen, mykophagen Gallmücken-Art konzentrieren sich zur Eiablage auf einem umgestürzten Rotbuchenstamm.
    © M. Jaschhof
  • <i>Gynapteromyia heteroptera</i> (Mamaev & Spungis, 1980)
    Gynapteromyia heteroptera (Mamaev & Spungis, 1980)
    Die Imagines vieler Gallmücken machen dank ihrer mehr als körperlangen Antennen, Flügel und Beine einen gleichermaßen eleganten wie zerbrechlichen Eindruck.
    © M. Jaschhof
  • <i>Anthrax varius</i> Fabricius, 1794
    Anthrax varius Fabricius, 1794
    Wollschweberlarven parasitieren an Hymenopteren. Entsprechend der Vorliebe ihrer Wirte findet man einige Arten wie Anthrax varius daher an sandigen, unbewachsenen oder spärlich bewachsenen Standorten.
    © S. Malz
  • <i>Tabanus bromius</i> (Scopoli, 1763)
    Tabanus bromius (Scopoli, 1763)
    Briefmarken spiegeln die Beziehung zwischen Zweiflüglern und Menschen wieder. Die 1971 erschienene Briefmarke ist eine der ersten, die die spannende Morphologie einer Fliege in den Mittelpunkt stellt. Farbige Augen sind typisch für viele Bremsenarten.
    © J.-H. Stuke
  • <i>Leopoldius coronatus</i> (Rondani, 1857)
    Leopoldius coronatus (Rondani, 1857)
    Dickkopffliegen (Conopidae) wie Leopoldius coronatus parasitieren als Larven in aculeaten Hymenopteren. Leopoldius coronatus lebt im Gegensatz zu anderen Dickkopffliegen in Wäldern und kann dort gerne an Wasserstellen gefunden werden, wo sie ihren Wirten auflauert.
    © P. J. Reus
  • <i>Sphaerophoria</i> spec.
    Sphaerophoria spec.
    Die hübschen, gelb schwarz gezeichneten Schwebfliegen (Syrphidae) der Gattung Sphaerophoria gehören zu den am besten untersuchten Dipteren in Mitteleuropa. Ihre Larven saugen Blattläuse aus und sind deshalb für die Landwirtschaft wichtige Nützlinge. Voraussetzung für ihr Vorkommen ist das Vorkommen eines reichen Blütenangebotes.
    © J.-H. Stuke
  • <i>Ectophasia crassipennis</i> (Fabricius, 1794)
    Ectophasia crassipennis (Fabricius, 1794)
    Ectophasia gehört zu den Raupenfliegen (Tachinidae). Die Larven der meisten Arten entwickeln sich in Schmetterlingsraupen. Ectophasia Larven parasitieren allerdings Wanzen.
    © J. Wübbenhorst
  • <i>Machimus chrysitis</i> (Meigen, 1820)
    Machimus chrysitis (Meigen, 1820)
    Die Gold-Raubfliege (Asilidae) besitzt einen spitz auslaufenden Eiablageapparat, mit dessen Hilfe sie die Eier in kleinste Zwischenräume an Pflanzen legen kann. Dort schlüpfen nach wenigen Tagen bereits die Larven, die sich auf den Boden fallen lassen und darin ihre Jagd nach Insektenlarven starten. Nur von wenigen Arten ist der Lebenszyklus bisher bekannt geworden. Daher braucht es noch viele Forscherinnen und Forscher.
    © F. Geller-Grimm
  • <i>Dysmachus trigonus</i> (Meigen, 1804)
    Dysmachus trigonus (Meigen, 1804)
    Die Säbel-Raubfliege (Asilidae) besitzt einen messerartigen Eiablagebohrer, mit dessen Hilfe sie Ketten von bis zu einem Dutzend Eiern an Pflanzenteile heftet. Andere Arten der Gattung nutzen diesen dazu, die Eier in Spalten von Grasähren und Kelchblättern abzulegen. Die Tiere bevorzugen sandige Böden und sind daher entlang des Rheins, des Mains und im norddeutschen Tiefland weit verbreitet ist. Der lockere Boden nützt sicher den räuberischen Larven beim Auffinden ihrer Beute – wohl meist die Larven von Käfern. Die erwachsenen Tiere sind dagegen bei der Wahl ihrer Beute nicht wählerisch, einzig ist wohl deren Größe entscheidend.
    © F. Geller-Grimm