Projekt 4

Rudolf Bährmann (1999): Zur Kenntnis der Dipterensammlungen Deutschlands. - Beiträge zur Entomologie - Berlin, 49(1): 173-209.

 

Zusammenfassung
Die Zusammenstellung enthält eine Übersicht über 46 Dipterensammlungen deutscher Museen und wissenschaftlicher Institute, nach Bundesländern geordnet. Es erfolgt jeweils eine Charakterisierung der einzelnen Sammlungen.

Abstract
The dipteran collections of German museums and scientific institutes are reviewed. Fourty-six collections are listed in an alphabetical order of the German federal states where they are housed. Characteristic features are presented for each individual collection.

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Auszüge aus dem Vorwort mit Hinweisen auf den Inhalt
Das Zustandekommen wissenschaftlicher Sammlungen ist in der Regel das Ergebnis umsichtiger, oftmals rastloser Tätigkeit von Fachleuten, die mit ihrer Arbeit bestrebt sind, Fakten zu dokumentieren und wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn auf der Grundlage des Sammlungsgutes zu vergrößern. Damit stellen wissenschaftliche Sammlungen einen wichtigen Grundpfeiler der Forschung dar. Auf Sammlungen angewiesen ist z. B. das Wissenschaftsgebiet der Systematik in der Biologie. Vergleichende Studien an biologischen Objekten spielen eine bedeutende Rolle, wenn es gilt, systematische Beziehungen zwischen einzelnen Taxa aufzudecken. Hierbei sind die in öffentlichen Museen aufbewahrten Typen von besonderer Bedeutung, d. h. die Exemplare von Tieren und Pflanzen, die der jeweiligen Erstbeschreibung der Arten zugrunde gelegen haben, womit die Arten der Wissenschaft erstmals zugänglich gemacht worden sind. Bei Revisionen, die mit zunehmender Kenntnis der Arten immer wieder erforderlich werden, stellen die Typusexemplare unverzichtbares Basismaterial dar. Aber auch für Morphologen, Evolutionsbiologen, Tiergeographen und Ökologen bilden Sammlungen von Tieren und Pflanzen wichtige Grundlagen für die unterschiedlichsten wissenschaftlichen Fragestellungen. Nicht zuletzt können alle Museumsbesucher an Hand von Schausammlungen etwas über die Vielfalt der Organismenwelt erfahren, die zu erhalten eine ernste Herausforderung an die Menschheit unserer Tage darstellt. Damit wird kein konservierender Naturschutz betrieben, sondern mit der Qualität unserer Umwelt kann zugleich Lebensqualität erhalten bzw. gefördert werden.
Entomologische Sammlungen bilden schon seit mehr als zwei Jahrhunderten eine bedeutsame Grundlage für die Erforschung der Insektenwelt der engeren Heimat wie auch größerer Faunengebiete. Nicht nur die Typen sind hier gefragt. Sammlungen mit gut bestimmtem Material besitzen einen unschätzbaren Wert für die Nachbestimmung von Insekten, für einen Formen- und Fundortvergleich. So stellen vor allem Lokalsammlungen eine wichtige Grundlage für faunistische Untersuchungen dar. Sie wiederum sind oftmals von großem Wert für tiergeographische, ökologische wie auch systematische Studien.
Im vorliegenden Beitrag soll interessierten Entomologen und vor allem Dipterologen ein erster Überblick über die in Museen vorhandenen Dipterensammlungen Deutschlands gegeben und zugleich auf eine Insektenordnung aufmerksam gemacht werden, deren Bearbeitung insbesondere in den vergangenen Jahrzehnten in stärkerem Umfang hat vorangetrieben werden können. Freilich handelt es sich dabei keineswegs um komplette Angaben. Trotz der eingehenden Erkundungen nach Zweiflüglersammlungen in deutschen Landen durch 25 Mitarbeiter, denen am Zustandekommen dieser Übersicht ein entscheidender Arbeitsanteil zukommt, weist das Ergebnis der Untersuchungen teilweise noch erhebliche Lücken auf. Nicht überall konnte mit gleicher Intensität nach etwaig vorhandenen Sammlungen nachgeforscht werden.
Neben den aktuellen Kontrollen der Sammlungen in den Museen wurden auch die wertvollen Informationen der Publikationen von Horn et. al. (1990) sowie von Marwinski (1987, 1988) mit ausgewertet. Für Hinweise auf fehlende Sammlungen wäre der Verfasser dankbar. Auch die Angaben zu den aufgeführten Dipterologen sind nicht immer vollständig. Lebensdaten, selbst Vornamen fehlen zum Teil. Hier sind also ebenfalls Ergänzungen notwendig. Auch Sammlungszukäufe der einzelnen Museen verändern das einmal gezeichnete Bild mehr oder weniger fortlaufend und rechtfertigen gelegentlich die Erstellung eines neuen, verbesserten Überblicks über die Dipterensammlungen Deutschlands. Außer den musealen Sammlungen gibt es natürlich eine Vielzahl von Privatsammlungen. Ein repräsentativer Überblick fehlt zur Zeit noch. Eine Zusammenstellung von Informationen über diese Sammlungen soll deshalb späteren Erhebungen vorbehalten bleiben.

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Angestrebt wurde, im Zusammenhang mit der Erfassung der Sammlungen auf folgende Fragen eine Antwort zu erhalten (Erfassungskriterien & Informationen zum Aufbau der Publikation; Text überarbeitet von F. Menzel):
  • Welchen Umfang hat die Zweiflüglersammlung ? (Anzahl der Kästen, der Alkoholgläser, der Arten und Individuen etc.)
  • Welche Zweiflüglerfamilien sind vertreten ?
  • Welche Sammlungen wurden durch welche Sammler und wann erworben ?
  • Welche Spezialisten waren an der Bestimmung der Arten beteiligt ? (Namen)
  • Welche Qualität kommt den Fundortangaben zu ?
  • Welche Sammelgebiete sind vertreten ? (insbesondere bei Lokalsammlungen von Interesse)
  • Sind Typen vorhanden und wenn ja, in welchem Umfang ?
  • Wie ist der Zustand der Sammlungen zu bewerten ?
  • Liegen über die Sammlungen bzw. Teile derselben Veröffentlichungen vor ?
  • Welche größeren Museen des jeweiligen Bundeslandes besitzen keine Dipterensammlung ?
Dieser Fragenspiegel liegt den Angaben der einzelnen Institutionen jedesmal zugrunde. Nicht in jedem Fall konnte zu sämtlichen Fragen eine Antwort gefunden werden. Mitunter sind aber auch zusätzliche Informationen vorhanden. Die Anordnung der Sammlungen erfolgte jeweils nach ihrem Umfang - dort, wo es angebracht erschien - nach chronologischen Gesichtspunkten. Die Dipterenfamilien wurden alphabetisch geordnet, bei sehr vielen Familien kam eine Trennung in „Nematocera" und „Brachycera" hinzu. Die Namen der Spezialisten werden in alphabetischer Folge aufgeführt. Nicht immer ist bekannt, ob die genannten Personen nur Determinationsarbeiten oder außerdem auch Revisionen in den betreffenden Sammlungen vorgenommen haben. Dort, wo es möglich ist, wird darauf hingewiesen. Am Ende der Zusammenstellung befinden sich zwei Register: 1. eine alphabetische Übersicht über die Orte und die Namen der Museen, aus denen Angaben über Dipterensammlungen vorliegen und 2. in alphabetischer Reihenfolge eine Übersicht über die Namen der Sammler mit Angabe des Museums, in dem sich von ihnen gesammeltes Material befindet.

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Folgende Kolleginnen bzw. Kollegen sind bei der Ermittlung der Angaben über die Dipterensammlungen tätig gewesen:

Barkemeyer, Dr. W. (Flensburg)
Bellstedt, R. (Museum der Natur Gotha)
Brechtel, Dr. F. (Staatliches Museum für Naturkunde Karlsruhe)
Creutzburg, F. (Museum für Naturkunde Gera)
Dunk, Dr. K. von der (Hemhofen)
Duty, I. (Zoologisches Institut und Museum der Universität Rostock)
Franzen, J. (Köln)
Geller-Grimm, F. (Hessisches Landesmuseum Darmstadt)
Hartmann, M. (Naturkundemusem Erfurt)
Jessat, M. (Naturkundliches Museum Altenburg)
Kallweit, U. (Staatliches Museum für Tierkunde Dresden)
Knorre, Dr. D. von (Phyletisches Museum Jena)
Kolbeck, H. (Landshut)
Malec, Dr. F. (Naturhistorisches Museum Mainz)
Menzel, Dr. F. (Deutsches Entomologisches Institut Eberswalde)
Meyer, Dr. H. (Zoologisches Museum der Universität Hamburg)
Prescher, Dr. S. (Braunschweig)
Reiss, Dr. F. † (Zoologische Staatssammlung München)
Romig, Dr. T. (Institut für Zoologie der Universität Hohenheim)
Samietz, R. (Museum der Natur Gotha)
Stark, Dr. A. (Halle/Saale)
Tschirnhaus, Dr. M. von (Fakultät für Biologie der Universität Bielefeld)
Tschorsnig, Dr. H.-P. (Staatliches Museum für Naturkunde Stuttgart)
Ulrich, Dr. H. (Zoologisches Forschungsinstitut und Museum Alexander Koenig Bonn)
Wendt, H. (Museum für Naturkunde der Humboldt-Universität Berlin)

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